Schmiede das Eisen solange es noch heiß ist!
Ein sehr gut besuchter und ausgesprochen erfolgreicher Sommerschmiedekurs an der HTS

Metallbauer mit Schmiedehammer und Amboß - und der „Baum der Erkenntnis“ wächst weiter

Auch in der Projektwoche 2018 fand an der HTS wieder ein Schmiedegrundkurs unter der Leitung der Metallbau-Fachlehrer Herrn Herz und Herrn Adam statt.

Lehrer Adam war mit vollem Einsatz bei der Sache und zeigte seinen Schülern, wie mans macht!

Das Interesse war sehr groß und die 20 Plätze waren schnell besetzt. Schüler_innen aus allen Schulformen hatten sich angemeldet, um dieses alte Handwerk kennen zu lernen. Hierbei konnten die Schüler ihr Wissen, aber viel mehr noch ihre handwerkliche Fähigkeit im Bereich der Metallgestaltung erforschen und ausleben. Ein theoretischer Teil leitete jeweils am Morgen die Projekttage ein. Danach ging es nahtlos zum Anfeuern der Esse über. Kompetente Mitschüler_innen wie auch die Lehrer zeigten die einzelnen Schritte des Schmiedens und ließen dann zeitnah die Teilnehmer selbst Hand anlegen. Echtes „learning by doing“.

Auch die Schüler packten fleißig mit an und legten sich kräftigst ins Zeug…

Die Teilnehmer_innen nahmen diese Möglichkeit begeistert an und der ein oder andere entdeckte unbekannte Talente. Am Ende des Kurses war allen Schüler_innen gemein, dass es ihnen viel Spaß gemacht hat, aber auch der Respekt vor dieser anspruchsvollen handwerklichen Fähigkeit des Schmiedens gewachsen ist. Höhepunkt bildete das Schulfest, an dem die Schüler_innen beim Show-Schmieden einem breiten Publikum ihre frisch erworbenen Fähigkeiten präsentieren konnten.

Parallel wurde in Kooperation mit der Firma Arnold unter der Leitung von Herrn Roepke und Herrn Herz auch am Projekt „Baum der Erkenntnis“ eifrig weiter gearbeitet. Die Auszubildenden entwarfen und fertigten einen Ast des Baumes und die ersten Kreationen der Blätter. Das so gewachsene Gesamtkunstwerk bauten die Schüler_innen extra zur Präsentation am Schulfest auf dem Schulhof auf und beantworteten bereitwillig und kompetent Fragen von interessierten Besuchern.

Der Baum der Erkenntnis wächst von Jahr zu Jahr…

Eine berufliche Schule wie unsere Hochtaunusschule in Oberursel vereint in sich viele unterschiedliche Fachbereiche, Ausbildungsgänge und Schulformen. Dennoch – oder gerade deshalb - gehören alle diese verschiedenen beruflichen Bildungsangebote für junge Menschen zusammen unter ein gemeinsames Dach und bilden unsere Hochtaunusschule. Durch welches Symbol lässt sich diese bunte Vielfalt in der lebendigen Einheit am besten darstellen und greifbar werden lassen? Durch einen Baum – so die ebenso einfache wie geniale Antwort. Die Idee „Baum der Erkenntnis“ war geboren. Ein Baum deshalb, weil sich in dieser Naturmetapher all die spezifischen Chancen und Möglichkeiten, die unsere Schule bietet, am besten veranschaulichen lassen. Nach einigen Vorüberlegungen nahm die Idee der beiden projektverantwortlichen Lehrer konkretere Formen an: Grundüberlegung war, etwas Dynamisches aus Metall herzustellen, welches das große Spektrum der handwerklichen sowie industriellen Metallberufe, die an der HTS unterrichtet werden, widerspiegelt. Zusätzlich sollte eine Plattform geschaffen werden, auf der sich alle Fachbereiche gegenwärtig und zukünftig einbringen bzw. darstellen können. Es wurde ein Baumstamm aus Metall gefertigt, der alle Fachbereiche der Schule beinhaltet, wie z.B. Mechatroniker, Industrie-Mechaniker etc. Ziel war und ist, ein selbstgebautes Fachmodell zukünftig am Ende der kommenden jährlichen Projektwochen zu präsentieren. Denn schnell wurde allen Beteiligten klar, dass dieses Projekt sich über mehrere Jahre erstreckt und somit mehrere Projektwochen in Anspruch nimmt. Trotzdem war der erste Schritt gemacht und wir waren auf den Weg, unsere Idee in die Tat umzusetzen.

Nur wie umsetzen? Was können wir leisten, was unsere Schüler, was gibt unsere Infrastruktur her, woher bekommen wir Hilfe und welches Budget wird benötigt? Nach einer ersten Machbarkeitsstudie war klar, dass wir dies nur mit Hilfe von Kooperationspartnern  und Sponsoren stemmen können. Eine Lernortkooperation mit den Ausbildungsfirmen war dafür erforderlich. Nach einigen Gesprächen ist es uns gelungen, die Firma Arnold AG mit ins Boot zu bekommen, die uns als Kooperationspartner wie auch als Sponsor unterstützt. Wie immer steckt die Schwierigkeit im Detail. Bei mehreren Planungstreffen nahm unser „Baum der Erkenntnis“ immer mehr Gestalt an und entwickelte sich von einer offenen Röhrenkonstruktion in eine im Stamm geschlossene Kastenkonstruktion (Vitrine) um die Ausstellungsexponate witterungsgeschützt, dauerhaft und sicher aufnehmen und verwahren zu können. Zusätzlich entsprießen diesem Stamm, wie bei einem Baum üblich, Äste und Zweige. Diese werden durch eine Art Adapter am Stammende angebracht, um diese kreativ zu gestaltenden Äste und Zweige mit ihrem Laubwerk aufzunehmen. Durch die Verwendung dieser Adapter sind die Äste austauschbar, sodass sich jede Abteilung Jahr für Jahr in der Projektwoche sofern gewünscht gestalterisch einbringen kann. Dies unterstreicht noch einmal die Dynamik, das Wachstum und die Lebendigkeit unserer Schule. Aufgrund der Komplexität des Vorhabens haben wir die Umsetzung in einzelne, zeitlich zu realisierende Segmente (Baugruppen) aufgeteilt. Die Fertigung erfolgte in den schuleigenen Werkstätten und im Kooperationsbetrieb Lehrwerkstatt Arnold AG. Die Schüler wurden in einer Art Rotationsprinzip täglich zwischen den beiden Werkstätten ausgetauscht. So hatten die Auszubildenden Gelegenheit, auch mal eine andere Firma und deren Produktionsstätte, sprich: Lehrwerkstatt kennen zu lernen. Ebenso hatten die Vollzeitschüler die Möglichkeit erste Kontakte zu einem potentiellen Arbeitergeber zu knüpfen und umgekehrt. Was auch bei einem Schüler gelang und in einem Ausbildungsvertrag endete.

In der Projektwoche 2018 wurde dieser „Baum der Erkenntnis“ weiter gefertigt und der Stahlbau des Baumstammes vollendet und mit dem Herstellen der Fundamente begonnen. Das Ganze ist damit aber noch lange nicht fertig, sondern wird weiter wachsen wie ein Baum, der wächst, solange der lebt.

Die beiden Projektverantwortlichen Lehrer Hr. Herz und Hr. Adam (vorne Mitte hockend in weißen Hemden) – umrahmt von den teilnehmenden Schülern – präsentieren den „Baum der Erkenntnis“