Kaltschmieder holt der Teufel… Unter diesem Motto versammelten sich zwölf interessierte Schülerinnen und Schüler der Hochtaunusschule Oberursel unter der Leitung von Herrn Herz im Rahmen der Projektwoche 2017, um sich in dem Aufsehen erregenden Grundlehrgang „Schmieden“ (Freiformschieden) mit den Grundlagen der altehrwürdigen Schmiedekunst vertraut machen zu lassen.

Aufbauend auf eine theoretische Einführungsphase über Historie, Werkstoffeigenschaften, Werkzeuge und Fertigkeiten des Schmiedens folgte die praktische Umsetzung durch die Herstellung eines Werkstücks am Schmiedefeuer.

Vorführender war der HTS-Berufsschüler und Schmiedelehrling Michael Schaper (damals Klasse 11BMM, Klassenlehrer Kollege Stefan Herz), der als (angehender) Schmied den Hammer führte und den ihm lauschenden Anwesenden die verschiedenen Arbeitsschritte beim Schmieden erläuterte:

Zunächst das Anfeuern der Esse, das Entschwefeln der Kohle sowie die richtige Positionierung des Amboss. Doch auch die Praxis kam nicht zu kurz. Denn nach Absolvieren der Theorie durften die Teilnehmer selbst Hammer und Werkstück in die Hand nehmen und drauflos schmieden. Der ein oder andere entpuppt sich dabei als wahrer Schmiedemeister.

Auch die Lehrer dürften handanlegen und ihr Geschick beweisen. Hier auf diesem Foto ein besonders engagierter, allseits beliebter Metallfachlehrer, an dem sicherlich ein tüchtiger Schmied verloren gegangen ist!

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und erfüllten die Teilnehmer mit einem gewissen Stolz etwas „geschaffen zu haben“

Es verdient unbedingt der Erwähnung, dass Michael Schaper, der dieses Projekt durch seine Schmiedevorführungen ganz wesentlich mitgestaltete, ein ausgesprochen überdurchschnittlicher, außergewöhnlicher Berufsschüler ist: Er hat schon vor Beginn seiner Lehre als Schmied ein komplettes Germanistik-Studium an der Universität absolviert - mit dem Magisterexamen als akademischem Abschluss. Deshalb ist er an der HTS weit und breit der einzige Metaller-Berufsschüler, der sich M.A. (Magister Artium) nennen kann. Nach dem Studium hat er sich beruflich umorientiert und möchte Künstler bzw. Kunstschmied werden, wofür er eine Metaller-Ausbildung braucht. In deren Rahmen besucht er seit Sommer dieses Jahres die Schmiedeschule in Göppingen. Und nebenbei ist er auch noch literarisch tätig und ist seit kurzem Buchautor. Vor einigen Monaten erschien sein erster Thriller, den er am 17. November 2017 im Rahmen einer Lesung an der HTS präsentieren wird. Es kommt nicht alle Tage vor, dass Metall-Berufsschüler Bücher schreiben. Das zeigt doch sehr eindrucksvoll auf, was für außergewöhnliche Schülerinnen und Schüler die Hochtaunusschule doch mitunter hat.