Oder: der lange Weg von der ersten Idee zum fertigen Vitrinenbaum

Eine berufliche Schule wie unsere Hochtaunusschule in Oberursel vereint in sich viele unterschiedliche Fachbereiche, Ausbildungsgänge und Schulformen. Dennoch – oder gerade deshalb - gehören alle diese verschiedenen beruflichen Bildungsangebote für junge Menschen zusammen unter ein gemeinsames Dach und bilden unsere Hochtaunusschule. Durch welches Symbol lässt sich diese bunte Vielfalt in der lebendigen Einheit am besten darstellen und greifbar werden lassen? Durch einen Baum – so die ebenso einfache wie geniale Antwort der beiden HTS-Lehrer Stefan Herz und Norbert Wissenbach. Die Idee „Baum der Erkenntnis“ war geboren. Ein Baum deshalb, weil sich in dieser Naturmetapher all die spezifischen Chancen und Möglichkeiten, die unsere Schule bietet, am besten veranschaulichen lassen. Nach einigen Vorüberlegungen nahm die Idee der beiden projektverantwortlichen Lehrer konkretere Formen an: Grundüberlegung war, etwas Dynamisches aus Metall herzustellen, welches das große Spektrum der handwerklichen sowie industriellen Metallberufe, die an der HTS unterrichtet werden, widerspiegelt. Zusätzlich sollte eine Plattform geschaffen werden, auf der sich alle Fachbereiche einbringen bzw. darstellen können. Es wird ein Baumstamm aus Metall gefertigt, der alle Fachbereiche der Schule beinhaltet. Im Rahmen der Projektwoche werden entsprechende Fachbereiche wie z.B. Mechatroniker, Industriemechaniker etc. angesprochen.

 

Ihr selbstgebautes Fachmodell wird zukünftig am Ende einer der kommenden jährlichen Projektwochen präsentiert werden. Denn schnell wurde allen Beteiligten klar, dass dieses Projekt sich

über mehrere Jahre erstreckt und somit mehrere Projektwochen in Anspruch nimmt. Trotzdem war der erste Schritt gemacht und wir waren auf den Weg, unsere Idee in die Tat umzusetzen. Nur wie umsetzen? Was können wir leisten, was unsere Schüler, was gibt unsere Infrastruktur her, woher bekommen wir Hilfe und welches Budget wird benötigt? Nach einer ersten Machbarkeitsstudie war klar, dass wir dies nur mit Hilfe von Kooperationspartnern  und Sponsoren stemmen können. Eine Lernortkooperation mit den Ausbildungsfirmen war dafür erforderlich. Nach einigen Gesprächen ist es uns gelungen, die Firma Arnold AG mit ins Boot zu bekommen, die uns als Kooperationspartner wie auch als Sponsor unterstützt. Wie immer steckt die Schwierigkeit im Detail. Bei mehreren Planungstreffen nahm unser „Baum der Erkenntnis“ immer mehr Gestalt an und entwickelte sich von einer offenen Röhrenkonstruktion in eine im Stamm geschlossene Kastenkonstruktion (Vitrine) um die Ausstellungsexponate witterungsgeschützt, dauerhaft und sicher aufnehmen und verwahren zu können.

 

Zusätzlich entsprießen diesem Stamm, wie bei einem Baum üblich, Äste und Zweige. Diese werden durch eine Art Adapter am Stammende angebracht, um diese kreativ zu gestaltenden Äste und Zweige mit ihrem Laubwerk aufzunehmen. Durch die Verwendung dieser Adapter sind die Äste austauschbar, sodass sich jede Abteilung Jahr für Jahr in der Projektwoche sofern gewünscht gestalterisch einbringen kann. Dies unterstreicht noch einmal die Dynamik, das Wachstum und die Lebendigkeit unserer Schule. Aufgrund der Komplexität des Vorhabens haben wir die Umsetzung in einzelne, zeitlich zu realisierende Segmente (Baugruppen) aufgeteilt. Die Fertigung erfolgte in den schuleigenen Werkstätten und im Kooperationsbetrieb Lehrwerkstatt Arnold AG. Die Schüler wurden in einer Art Rotationsprinzip täglich zwischen den beiden Werkstätten ausgetauscht. So hatten die Auszubildenden Gelegenheit auch mal eine andere Firma und deren Produktionsstätte, sprich: Lehrwerkstatt kennen zu lernen. Ebenso hatten die Vollzeitschüler die Möglichkeit erste Kontakte zu einem potentiellen Arbeitergeber zu knüpfen und umgekehrt. Was auch bei einem Schüler gelang und in einem Ausbildungsvertrag endete.

 

Vorplanung zur Projektwoche:

  1. Umsetzung Planung
  2. Zeichnungserstellung
  3. Materialbestellung, Ordern
  4. Personaleinsatzplan (PEP)

 

Durchführung in Projektwoche 2017:

Herstellen des Baumstammes bestehend aus folgenden Einzelteilen:

 Grund- und Kopfplatte anreißen, ausschneiden und auf Fertigmaß bringen

 

 Spezialschrauben drehen

 

  Adapter drehen

 

 Vitrinenkasten schweißen

 

 Vitrinenkasten schleifen

 

 Zusammensetzung eines Baustammsegmentes

 

 Das kunstvolle Anfertigen verschiedener formvollendeter Blätter aus Metall

 

 

Ausblick: In der kommenden Projektwoche 2018 wollen wir unseren „Baum der Erkenntnis“ weiter fertigen und wenn es gut läuft, den Stahlbau des Baumstammes vollenden und eventuell mit dem Herstellen der Fundamente beginnen.