Sie kennen "Magenza" nicht? Wir bis heute auch nicht! Unser Geschichtskurs war nämlich heute an Weiberfasnacht mit Herrn Götz in Mainz unterwegs. Das mag auf den ersten Blick verwunderlich klingen, jedoch sind in Mainz bis heute tatsächlich leider nur noch Fragmente jüdischen Lebens erhalten geblieben.

Die Mainzer Juden, anfangs des 10. Jahrhunderts gefragte Kaufleute und später auch wichtige Geldgeber und Stifter, u.a. für den Mainzer Erzbischof, hatten es über die nächsten 1000 Jahre nicht leicht in Mainz, welches rückblickend durchaus als Musterbeispiel für den Umgang mitteleuropäischer Länder mit den Juden gesehen werden kann. Von der Großen Pest 1349, über die Ghettoisierung in Judenvierteln im 18. Jahrhundert, bis hin zur Deportation im Zweiten Weltkrieg stechen hierbei vor allem die negativen Beispiele deutlich hervor, an welche die Stadt Mainz mit Denk- und Mahnmählern punktuell eindrucksvoll erinnert. Aber auch die positiven Eindrücke, die sich vor allem am Stadtbild zeigen lassen, geben einen lebendigen Eindruck über das Mit- und Nebeneinander der christlichen und jüdischen Mainzer Gesellschaft im Mittelalter und der Neuzeit wieder.

Im Anschluss an unsere Stadtführung

durch das jüdische Mainz haben wir, vorbereitend auf das Kapitel "Reformation", noch das Gutenberg-Museum besucht, wo wir eine beeindruckende Live-Darbietung einer originalen Druckpresse miterleben durften. Hierbei sei erwähnt, dass selbst die Mitarbeiter des Museums darauf hinweisen, dass der Buchdruck bereits im 9. Jahrhundert von den Chinesen praktiziert wurde. Das Werk und die Leistungen Gutenbergs und Luthers soll das aber nicht schmälern.

Im Namen des gesamten Kurses ein großes Dankeschön an Frau Anke Sprenger vom Touristic Service der Stadt Mainz, die uns bei widrigen Wetterverhältnissen eine wirklich gelungene Führung dargeboten hat, bei der auch viele Aspekte aus dem Unterricht aufgegriffen werden konnten. Ein Wiedersehen ist somit garantiert.