Die InteA2 ist der neue Champion 2018 an der HTS

Fußball verbindet Menschen weltweit. Das zeigt uns in diesen Tagen wieder die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Dieser global wohl populärste Mannschaftssport ermöglicht Begegnungen, die es sonst nicht gäbe, schafft Freundschaften, die sonst nicht entständen – und er ist eine der besten Wege der Integration für Menschen mit Migrationshintergrund in einer für sie neuen, häufig fremden Gesellschaft. Das weiß man auch an der Hochtaunusschule in Oberursel - und nutzt dies aktiv für die schulische Integrationsarbeit.

Fußball schafft jungen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern, Kulturen, Religionen und Sprachen einen gemeinsamen Raum der Kommunikation und Teilhabe, wo man gemeinsam trainiert, spielt, gewinnt und verliert. Mit Betonung auf „gemeinsam“. Denn auf dem Fußballplatz spielt es keine Rolle, woher man kommt, welcher Religion man angehört oder welche Hautfarbe man hat – sondern es kommt allein auf den gemeinsamen Sport an, und darauf, gemeinsam Tore zu schießen und zu gewinnen! Die gemeinsame Begeisterung für den Fußball ist ein wichtiger Motor für die Integration.

Integration durch gemeinsames Spielen

Keine Macht den Drogen – Integration durch Sport!“ Unter diesem Motto fand am 14. Juni 2018 bei bestem Fußballwetter auf dem Schulsportplatz zum wiederholten Male der jährliche Fußball-Cup der Hochtaunusschule in Oberursel statt – auch dieses Jahr wieder ein „Highlight“ im Schuljahreskalender. An diesem bemerkenswerten Fußballturnier traten fünf Mannschaften gegeneinander an, die sich aus sechs Klassen zusammensetzten: Den drei Integrationsklassen für jugendliche Flüchtlinge und Migranten („InteA“) und den drei Klassen des Berufsvorbereitungsjahres („BBV“). Jedes Team bestand aus je einem Torwart und sechs Feldspielern. Eröffnet wurde der ausgesprochen sportliche Wettkampf gegen 10.15 Uhr durch den Stellvertretenden Schulleiter Herrn Schlageter und den Turnierleiter Herrn Ramb. Geleitet wurden die Spiele durch die beiden routinierten und versierten Schiedsrichter Ramb und El Haddaoui.

Die Vorrunde

Die insgesamt fünf Mannschaften traten in der ersten Runde in zehn Spielen gegeneinander an, die wegen der sommerlichen Bedingungen sowie der Zeitknappheit auf anfänglich jeweils zehn, später nur noch sieben Minuten begrenzt waren. So konnte das Turnier, trotz verspätetem Beginn, planmäßig gegen 13.20 Uhr beendet werden. Alle Partien wurden von unseren beiden „Schiris“ souverän „gepfiffen“, so dass es während des insgesamt sehr fairen Turniers zu keinen schweren Fouls und zu keiner „Roten Karte“ kam.

Tore sind das Wichtigste beim Fußball – denn gewinnen, das wusste schon der legendäre Trainer der 1954er-Weltmeisterelf Sepp Herberger, kann man nur, wenn man mindestens ein Tor mehr erzielt als der Gegner. Und in den zehn Begegnungen der Vorrunde wurden insgesamt zehn Tore erzielt, wobei das Eröffnungspiel zugleich auch das torreichste war: Der spätere Turniersieger InteA2 schlug gleich zu Beginn die InteA1mit 3:0. Gleich fünf Spiele endeten mit einem knappen 1:0, und drei Partien blieben torlos. Dass der Sieg im Eröffnungsspiel weder ein Zufallsprodukt noch eine Eintagsfliege war, zeigte die InteA2 mit einem konstant hohen Leistungsniveau und einer beeindruckenden spielerischen Bilanz: Sie gewann alle vier Spiele und kam am Ende mit den maximal erreichbaren 12 Punkten mit weitem Abstand auf Platz 1, wohingegen sich den Platz 2 am Schluss der Vorrunde gleich drei Mannschaften teilten, die kurioserweise nicht nur alle 4 Punkte aufwiesen, sondern auch die gleiche Torbilanz, nämlich jeweils ein Tor. Lediglich die InteA1 lag mit nur 3 Punkten und keinem Tor deutlich abgeschlagen auf dem letzten Platz.

 

So war es nur konsequent, dass nicht nur die fraglos beste Turniermannschaft InteA2 am Ende den Pokal in Händen hielt, sondern auch dass Platz zwei in einem Elfmeterschießen entschieden wurde und dabei die nervenstärkeren Kicker der BBVM die Nase vorne hatten.

Zum Lohn für dieses grandiose Turnier erhielt die Siegermannschaft InteA2 aus den Händen von Turnierleiter Herrn Ramb den prunkvollen HTS-Wanderpokal samt Ehrenurkunden. Aber auch die Teams auf den folgenden Plätzen 2. bis 5. wurden mit Urkunden bedacht. Keiner, der sich an diesem Morgen die Lunge aus dem Leib gerannt hatte, sollte mir leeren Händen nach Hause gehen müssen.

Eine rundum positive Bilanz

Das Turnier war insgesamt ein voller Erfolg. Denn es darf festgehalten werden, dass die überwiegend fairen und sehenswerten, mitunter auch kampfstarken abwechslungs- und torreicheren Partien das Fußballerherz höher schlagen ließen. Kein Wunder, dass am Ende alle Beteiligten zufrieden waren und ein positives Fazit zogen:

Die ca. 35 beteiligten aktiven Spieler konnten einen Vormittag lang ihr Können unter Beweis stellen und waren am Ende erschöpft, aber glücklich. Sie haben alles gegeben und einen unvergesslichen Vormittag mit vielen bleibenden Eindrücken mitgenommen. Sie haben bei sommerlicher Mittagshitze fair, aber auch leidenschaftlich „gefightet“.

Die Zuschauer bekamen spannende, kurzweilige Fußballspiele geboten und kamen ebenfalls auf ihre Kosten.

Auch die beteiligten Lehrkräfte haben von diesem Turnier profitiert, bot es ihnen doch die Chance, ihre Schüler jenseits des Schulalltages auch einmal in ganz neuen „Rollen“ zu erleben.

Das Miteinander und die Fairness wurden großgeschrieben. All dies zusammen lässt die Organisatoren daran arbeiten, zukünftig jedes Jahr ein solches Turnier auf die Beine stellen zu können.

Nicht vergessen werden darf der Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die dieses Turnier durch ihr unermüdliches Engagement erst möglich gemacht haben: Allen voran die beiden unbestechlichen und sachkundigen Schiedsrichter, die die Spiele stets vollauf „im Griff hatten“.

Insbesondere Herr Ramb, zugleich Sucht- und Gewaltpräventionsbeauftragter der HTS, war der treibende und unverzichtbare Motor bei den Planungen und Vorbereitungen, ohne dessen Einsatz dieses Turnier wohl gar nicht zustande gekommen wäre.

Kein Schulturnier aber kommt ohne ausreichende Verpflegung aus, und so gilt der Dank aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kolleginnen unseres Küchenteams um Frau Weissbeck, die die Fußballgemeinde mit Rindswürstchen, Brötchen und kalten Getränken aus der Schulküche versorgte. Denn angesichts der sommerlichen Temperaturen hätten unsere Spieler ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr gar nicht solange aushalten können. Allen genannten Kollegen gilt für ihre großartige Arbeit der Dank der Schulgemeinschaft.

Hervorzuheben bleibt schließlich, dass dieses Turnier ein überzeugendes Beispiel friedlicher und gelungener Integration ist. Denn immerhin spielten Jugendliche zusammen, die aus zahlreichen Nationen kommen, unterschiedlichen Religionen und Kulturkreisen angehören und die verschiedensten Lebenswege hinter sich haben - aber alle vereint in der Freude am Fußball, dem sportlich-fairen Miteinander auf dem Spielfeld, wo sich alle an die gleichen Regeln halten und am Ende Leidenschaft und Fairness gewinnen.