In der gymnasialen Oberstufe der Beruflichen Gymnasien arbeitet man neben den allgemeinbildenden Fächern ganz nahe an praktischen Themen der Berufs– und Arbeitswelt und erreicht die allgemeine Hochschulreife (Abitur), mit der man an allen Universitäten und Hochschulen alle Studiengänge und Fachrichtungen studieren kann.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Das Berufliche Gymnasium verbindet allgemeines und berufliches Lernen. Es vermittelt innerhalb von 3 Jahren gymnasialer Oberstufe eine solide allgemeine Grundbildung. Gleichzeitig ermöglicht es auf dem Weg zum Abitur einen fundierten fachlichen und inhaltlichen Einblick für ein späteres Studium.

Berufliche Schwerpunktbildung
Der wesentliche Unterschied zur gymnasialen Oberstufe besteht darin, dass das zweite Leistungsfach am Beruflichen Gymnasium in Form einer beruflichen Schwerpunktbildung angeboten wird.

Unterrichtsorganisation
Das erste Leistungsfach kann Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik, Chemie oder Biologie sein. Das zweite Leistungsfach ist durch die Wahl des beruflichen Schwerpunkts festgelegt. Der Unterricht in den Fächern dieser beruflichen Fachrichtungen umfasst im Durchschnitt ca. 9 Wochenstunden und ist gekennzeichnet durch eine intensive Verknüpfung von Theorie und Praxis. Daneben werden die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch/ Spanisch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Politik und Wirtschaft, Geschichte, Religion oder Ethik und Sport unterrichtet und mit der zentralen Abiturprüfung abgeschlossen. Wenn in der Mittelstufe eine zweite Fremdsprache erlernt wurde, entfällt eine verpflichtende Teilnahme in der Oberstufe.

 

 

Das Berufliche Gymnasium der Hochtaunusschule bietet seinen Schüler die Möglichkeit, mit den Schwerpunkten Datenverarbeitungstechnik, Technische Informatik und Mechatronik die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben.

Studienbezogene Ausbildung
Schon auf dem Weg zum Abitur erhalten die Schüler am Beruflichen Gymnasium der Hochtaunusschule eine auf das spätere Studium bezogene Ausbildung, die eine hervorragende Grundlage für ein Hochschulstudium oder duales Studium im Bereich Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau oder Mechatronik sowie für eine technische Ausbildung ist.

Praxisbezug
Es besteht ein intensiver Praxisbezug durch enge Kontakte und Kooperationen zu Hochschulen (Technische Universitäten, Fachhochschulen) und Unternehmen. Viele unserer Lehrkräfte haben ein fachwissenschaftliches Studium in den mit den Schwerpunkten verbundenen Berufsfeldern absolviert.

Schwerpunkt Datenverarbeitung

In den Kursen des Schwerpunkts in der Einführungsphase werden die Grundlagen der Programmierung vermittelt sowie die Funktionsweise von IT-Systeme erarbeitet. In den Leistungskursen Objektorientierte Softwareentwicklung, Datenkommunikation und Datenbanken der Qualifikationsphase werden Fachkenntnisse und -qualifikationen vermittelt, die in unterrichtsbegleitenden Programmierprojekten bei der Entwicklung komplexer Programme angewendet werden.

Die entwickelten Programme decken ein breites Spektrum von Anwendungsbereichen ab beginnend mit Einzelplatzanwendungen aus dem Spielebereich wie z.B. Minesweeper oder Asteroids über lernunterstützende Anwendungen wie Flashcard-Applikationen bis hinzu Client-Server-Systemen wie Chat-Anwendungen oder Netzwerkspiele. Die erworbenen Kenntnisse befähigen die Schüler im Team das Modell einer Fertigungsstraße zu automatisieren oder unter Einbeziehung von Datenbanksystemen Anwendungen für das Internet zu entwickeln.

Die unterrichtete Programmiersprache Java eröffnet zudem die Möglichkeit, Applikationen für die Mobilplattform Android oder iOS zu entwickeln. So wurde z.B. im Rahmen des Leistungskurses Datenkommunikation eine schuleigene Vertretungsplan-App für Android und im Rahmen einer AG eine iOS-Variante der App entwickelt.

 

Schwerpunkt Technische Informatik

Der Unterricht im Schwerpunkt Technische Informatik ist geprägt von Projektarbeit, bei der die Schülerinnen und Schüler sowohl die Hardware erstellen als auch die für die Ansteuerung notwendige Software programmieren. Ausgehend von einem Ampelprojekt in der Einführungsphase erweitern die Lernenden sukzessive ihre Programmierkenntnisse und ihr elektrotechnisches Wissen, sodass sie in der Qualifikationsphase unter anderem autonom fahrbare Roboter und die Steuerung von elektronischen Geräten programmieren. Daneben haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene Projektideen zu realisieren. So wurden in den Vorjahren unter anderem ein elektronisches Mischpult und die Visualisierung für ein Foucaultsches Pendel (Gemeinschaftsprojekt mit dem Fachbereich Physik) entwickelt. Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit Fachleuten ergänzen den Bezug zur Praxis und helfen bei der Studien- und Berufswahlentscheidung.

 

Schwerpunkt Mechatronik

Auch im Schwerpunkt Mechatronik spielt die Projektarbeit bereits in der Einführungsphase eine zentrale Rolle. So fertigen die Schüler den Miniroboter „MOPS“, der selbstständig seine Umgebung erkunden kann. Dieser Lernträger, der die Bereiche Mechanik- und Elektronik übergreifend miteinander verbindet, ermöglicht die Verknüpfung theoretischer wie auch praktischer Inhalte.

Das Kursangebot der Qualifikationsphase bietet neben dem Erlernen der Grundlagen des Projektmanagements auch die Möglichkeit ein „echtes“ Projekt zu planen und umzusetzen. Im Rahmen von Wettbewerben sind jährlich wechselnde, konstruktive Aufgaben­stellungen nach detaillierten Vorgaben zu bewältigen. So wurde in einem Wettbewerb ein Aussichts­turm konstruiert oder die Tribünenüberdachung eines Fußballstadions. Um dem beruflichen Schwerpunkt „Mechatronik“ besser gerecht zu werden, wurden die Aufgabenstellungen innerhalb des Kurses noch um weitere Funktionseinheiten erweitert. In den Wettbewerben konnten sich die Schüler der Hochtaunusschule Oberursel durch stets durch vordere Plätze auszeichnen.

Im Jahr 2015 wurde ein von der Fa. Heraeus gesponserter Bausatz eines 3D-Druckers angeschafft und gemeinsam im Kurs montiert. Dabei stellte sich den Schülern eine Vielzahl von Herausforderungen, die man auch innerhalb von industriellen Prozessen erwarten würde. Nach Fertigstellung des 3D-Druckers wurde der fertige Drucker von den Schülern Vertretern der Fa. Heraeus präsentiert und auch im Rahmen des Tages der offenen Tür Interessenten vorgestellt.
Im Folgejahr wurde der 3D-Drucker für die Fertigung von Schülerprojekten eingesetzt. Dabei wurden eine Vielzahl von erlernten Fähigkeiten des Berufsschwerpunkts zusammengeführt. Die Schüler hatten in Kleingruppen Lösungen für selbst gestellte Konstruktionsaufgaben entwickelt und optimiert. Das Highlight war sicherlich ein voll funktionsfähiger Stabilisator für eine Action-Kamera („Gimbal“), der die Kamera – und damit das Bild – bei unkoordinierten Bewegungen mittels Beschleunigungssensoren und Elektromotoren ruhig hält.

 

Sprachen im Beruflichen Gymnasium

An der Hochtaunusschule können sich Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht in vergleichbar kleinen Lerngruppen engagiert in das Unterrichtsgeschehen einbringen. Kulturelle Angebote begleiten den Unterricht. Um Literatur erlebbar und erfahrbar zu machen, besuchen die Lerngruppen ergänzend zu den thematischen Schwerpunkten Theatervorstellungen, unternehmen literarische Exkursionen oder begegnen  Theaterregisseuren und Buchautoren. Fächerübergreifende Höhepunkte sind Gespräche mit Zeitzeugen, die in unersetzbarer Weise über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vermitteln.

Der Englischunterricht an der Hochtaunusschule bietet neben den curricularen Inhalten auch weiterführende Angebote, welche sich vor allem auf die speziellen Anforderungen des hessischen Landesabiturs beziehen. Neben den gesonderten sprachlichen Anforderungen liegt der Fokus besonders auf der Förderung der Sozialkompetenz. Im Unterricht wird dies methodisch beispielsweise durch amerikanische Debatten, Podiumsdiskussionen oder Prüfungssimulationen zu aktuellen Themen realisiert, damit die Schülerinnen und Schüler neben den Hauptprüfungen auch für die neu eingeführten, landesweit einheitlichen Kommunikationsprüfungen bestens gewappnet sind. Auch der Besuch des English Theatres stellt für alle Teilnehmer immer eine Hauptattraktion dar. Ein Austausch mit einer amerikanischen Schule wird derzeit wieder angestrebt und sollte nach vielen erfolgreichen Jahren bald wieder an der HTS möglich sein.

 

Gesellschaftswissenschaften im Beruflichen Gymnasium

Die Förderung der Analyse-, Urteils- und Handlungskompetenz im Fach Politik und Wirtschaft findet an der Hochtaunusschule nicht nur im Klassenzimmer statt. Durch ein im Kollegium abgestimmtes Konzept aus Exkursionen (u.a. nach Wiesbaden und Straßburg), Diskussionen mit Landes- und Europaabgeordneten sowie Wettbewerbsbeiträgen (zuletzt Umfrage in Oberursel zur Energiewende) sollen die Schülerinnen und Schüler „Politik zum Anfassen“ erleben. Auch nehmen unsere Schülerinnen und Schüler regelmäßig an Planspielen teil, bei denen sie selbst in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen und in Ausschüssen und im Plenum für ihre Position werben.

Begleitend zum Unterricht im Fach Geschichte zählt neben regelmäßigen Museumsbesuchen vor allem die Fahrt nach Bonn ins Haus der Geschichte und zur Bundeszentrale für politische Bildung. Zudem finden Exkursionen zu speziellen Themen, wie zum Beispiel der Judenverfolgung im NS, statt. Diese haben meist einen regionalen Schwerpunkt und bieten somit einen sehr persönlichen und nachhaltigen Eindruck von Geschichte. Sofern es möglich ist, findet im regelmäßigen Turnus eine Fahrt ins ehemalige KZ nach Hadamar bei Limburg statt.

 

 

Aufnahmebedingungen

Versetzung in die Klasse 11 einer gymnasiale Oberstufe oder
Mittlerer Bildungsabschluss (Realschule, Berufsfachschule) und
• in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, und einer Naturwissenschaft einen Notendurchschnitt von mindestens 2,75,
• in allen übrigen Fächern einen Notendurchschnitt besser als 3,0,
• ein Gutachten der abgebenden Schule.

Unterrichtsfächer

Neben den allgemein bildenden Fächern wie Deutsch, Englisch, Mathematik, die nach den Rahmenlehrplänen für die gymnasiale Oberstufe unterrichtet werden, ist in der gewählten Fachrichtung bis zu 10 Stunden differenzierter Unterricht zu besuchen.
Eine zweite Fremdsprache muss nicht belegt werden, wenn vorher in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 durch-gängig eine zweite Fremdsprache besucht wurde. Wurde Spanisch als zweite Fremdsprache in den Jahrgangsstufen 9 und 10 besucht, so muss diese noch in der E-Phase belegt werden. Ansonsten ist eine zweite Fremdsprache neu zu beginnen.

Sie sind interessiert?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie noch Fragen haben. Der zuständige Abteilungsleiter für den Bereich Berufliches Gymnasium ist:
Herr Michael Zimmer Telefon 0 61 71 - 6 98 00 - 31

Bewerbungsformalitäten

Sie bewerben sich bis spätestens 15. Februar schriftlich über Ihre Schule auf einem bei uns erhältlichen Anmeldeformular.
HTS-Sekretariat: Tel. 0 61 71 - 6 98 00 - 0.

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Kontakt

Hochtaunusschule
Bleibiskopfstr. 1
61440 Oberursel

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Sekretariat:
Tel:  06171-69800-0
Fax: 06171-69800-16

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Mi und Fr
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